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İstanbul von den Ottomanen bis zur Republik

OTTOMANISCHES REICHPERIODE (1453-1923)

Nachdem Istanbul durch die Ottomanischen Armee unter der Führung von Sultan Mehmed erobert wurde, wurde binnen drei Tagen Ruhe geschaffen. Danach wurde mit prächtigen Festen die Eroberung gefeiert. Nach der Feier hat Fatih Sultan Mehmed seinen Soldaten verboten in die Stadt zu gehen. Sehr schnell wurde die Stadt unter Kontrolle genommen. Es wurde bekannt gegeben, daß die Griechen ihre eigene Religion und Tradition weiterführen dürfen. Fatih Sultan Mehmed befahl den Orthodox Griechen dem offenen Patriarchat Stelle jemanden zu wählen.

Da, die Juden bei der Eroberungszeit sich positiv verhielten bekamen Sie das Recht über Ihre Synagoge zu verfügen und dem Rabbi wurden Komplimente gemacht. Der türkisch-jüdischer Gruppe Karayim Gemeinde wurde in dem Ort, in dem Arpacılar Gebetshaus sich befindet ein Gebetsplatz zugeteilt. Später wurde auch der armenischen Gemeinde ein Patriarch zugestellt und auf das   Gleichgewicht zwischen den Gemeinden acht gegeben.

Nach dem Fatih Sultan Mehmed in der Stadt Ordnung geschaffen hatte, fing er schnellstens mit Aufbautätigkeiten an. Seine ersten Renovierungsarbeiten waren die Staatsmauern, die in der Eroberungszeit ruiniert waren. Die Graben wurden gereinigt und die abgebrochenen Teile erneuert. Fatih Sultan Mehmed hat den ungepflegten und ruinierten Haghia Sophia gekauft, ließ es renovieren und umwandelte in eine Moschee.

Ein Teil der mehreren von Fatih Sultan Mehmed nach der Eroberung erneuerten und gestifteten Bauten und Stiftungen sind wie folgt; Auf den Namen Şeyh Ebu-l-Vefa, in dem heutigen Ort Vefa gegründete Moschee, in dem heutigen Ort Eyüp gegründetes Mausoleum und seine neben Anlagen von Eyyub el-Ensari, auch als Staatsschatzkammer tätiger Yedikule, auf einem der sieben Hügel der Stadt gegründeter und nach dem Ortseigenem Namen benannter Fatih Moschee und die dazugehörigen Anlagen, Saray-i Atik das Schloss das in der Umgebung der heutigen Beyazit Platz gebaut wurde, von dem heute keine Spuren mehr gibt und Saray-i Cedid (heute Topkapi Serail).

Unter den anderen wichtigen Werke dieser Zeit zählen: Werke wie Mahmud Pasa Moschee, Gedik Ahmet Moschee, Nisanca Moschee von Karamani Mehmed, Griechischer Mehmed Pasa Moschee, Has Murad Pasa Moschee, İbrahim Pasa Moschee und die Armenküchen und ähnliche Gebäuden, Wasseranlagen, die von den Quellen der Belgrad Wälder Wasser in die Stadt leiten, Sehr viele Waisenschulen, Armenküchen, Herberge, Karawanserei und der Grand Bazaar in unserer Zeit.

Nach der Eroberung wurden zur Entwicklung der Stadt neue Siedlungsgebiete errichtet. Die leeren Grundbesitze wurden neben den Leuten, die bei der Eroberung große Dienste leisteten, auch jeden ohne Kosten zugeteilt. Mohammedanische Bürger aus Anatolien und Rumelien (europ. Teil Türkei) wurden ermutig in die Stadt einzuwandern. Da, dies auch nicht genügte, wurden an die Staatsgouverneure angeordnet von jeder Bürgerklasse eine bestimmte Zahl an Leuten nach Istanbul zu schicken. Von bestimmten Gebieten wurden auch Christen und Juden in die Stadt gebracht und an verschiedenen orten untergebracht.

Die Ortschaften, die durch diese Einsiedlung und zwingender Einwanderung zum Zwecke der Vermehrung vom Bevölkerungszahl gegründet wurden, stellten den Grundsatz der späteren Verwaltungsbau von Istanbul. Im Jahr 1459 wurde Istanbul in vier Verwaltungseinheiten, von dem jeder verschiedene demographische Eigenschaften besitzt, geteilt. Einer davon, die Zentrale der Verwaltung,  war in im inneren der Staatsmauern, die andere drei befanden sich außerhalb der Staatsmauern, in als „Bilad-i Selase“ genanntem Eyüp, (einschließlich großer- und Kleiner Cekmece, Catalca und Silivri), Galata und Üsküdar. Gegen Ende 1457, nach dem großen Brand der alten Hauptstadt Edirne  kamen neue Einwandere in die Stadt und die Stadt wurde fröhlicher. Die Stadt Istanbul wurde 50 Jahre nach der Eroberung die größte Stadt Europas geworden.

Bis  zum 16.Jahrhunder als eine Großstadt gekommener Stadt Istanbul, erlitt bei dem als kleiner Weltuntergang genantem Erdbeben am 14. September 1509, großen Schaden. In dem 45 Tage dauernden Erdbeben wurden tausende von Gebäuden ruiniert, es gab keine einzige Minarette, die nicht zerstört wurde. Die Stadt wurde im Jahre 1510 Sultan II. Bayezid mit Einsatz von 80 Tausend Personen fast ganz neu gegründet. Daher blieb das Meiste der bis heute zurück gebliebenen Werke aus diesen Perioden.

Zeitalter des Süleyman, den Prächtigen

Der Zeitraum, in dem Süleyman der Prächtige 46 Jahre von 1520 bis 1566 auf dem Thron saß, war sowohl für den Staat als auch für Istanbul eine Aufstiegsepoche. In dieser Ära wurden in Istanbul zahlreiche Werke von unermesslichem Wert errichtet, die heute noch vorhanden sind. Die bei einem Erdbeben in 1509 sehr beschädigte Stadt wurde neu und in einer planmäßigeren Weise restauriert; die Stadt erhielt durch neue Dämme, Wasserwege und Brunnen  reichlich Wasser. Istanbul, das mit Koranschulen, Karawanengaststätten, Hamams, Privatgärten des Sultans und Brücken ausgestattet wurde, gewann das Aussehen einer Großstadt. Wiederum in dieser Zeit wurde der Goldene Horn - Galata Hafen zu einem der meist besuchten Häfen des Mittelmeeres.

Die in dieser Zeit errichteten Werke und besonders diejenigen, die von Mimar Sinan gebaut wurden, gaben der Stadt ein neues Aussehen. Die Süleymaniye Moschee und ihr Baukomplex, die Sehzadebası Moschee und ihr Baukomplex, die Sultan Selim Moschee und ihr Baukomplex, die Cihangir Moschee, die im Namen der Sultanin Mihrimah Sultan in Edirnekapı und Üsküdar errichteten Moscheen, der im Namen der Sultanin Hürrem Sultan errichtete Haseki Baukomplex und der Haseki Hamam sind die wichtigsten, in dieser Zeit errichteten Werke. Die in diesem Zeitalter eröffneten Sahn-ı Süleymaniye Koranschulen gaben Istanbul die Eigenschaft eines Bildungs- und Wissenschaftszentrums.

Das Zeitalter des Prächtigen Sultans war für Istanbul eine Epoche der planmäßigen Urbanisierung. Auf der einen Seite wurden neue Zuwanderungen in die Stadt verhindert und auf der anderen Seite wurde die Errichtung von Häusern im Bereich der Stadtmauern verboten. Es wurde vorgeschrieben, dass die Fenster jedes Hauses Fensterläden zu besitzen haben  und dass bei sämtlichen Bauten in Galata Steine verwendet werden müssen. Um Istanbul mit reichlich Wasser zu versorgen, wurden viele Anlagen mit aus der Staatskasse zur Verfügung gestellten Mitteln fertiggestellt, wobei das Zwangsarbeitssystem nicht genutzt wurde. Die Stadt wurde mit den Privatgärten des Sultans in  Sarayburnu, Tersane, İskender Çelebi, Dolmabahçe, Tokat, Çubuklu, Sultaniye, Üsküdar, Haydarpaşa, Kandilli und mit dem Forstschutzgebiet in Büyükdere geschmückt. Die Nahrungsversorgung und Bedürfnisse der gesamten Stadt wurden vom Staat übernommen; zu diesem Zweck wurden den Städten in Rumelien, der Schwarzmeerküste und Ägypten einige Verpflichtungen auferlegt. Außerdem lernte Istanbul in dieser Zeit die „Lesestuben“ (Kaffeehäuser) kennen.

Istanbuls Wachstum und Expandieren außerhalb seiner alten Grenzen sowie die Entstehung von neuen Stadtgebieten fand ebenfalls im Zeitalter de Prächtigen Sultans statt. Die Stadtkreise Kasım Paşa, Piri Paşa, Piyale Paşa und Ayas Paşa wurden in dieser Zeit gegründet. Auch Galata blühte in dieser Zeit und hatte allein die Größe einer Stadt erreicht. Wiederum in dieser Zeit sollten die ersten diplomatischen Vertretungen in Beyoğlu eröffnet werden.

Das Istanbul im Zeitalter des Prächtigen Sultans erlebte auch einige große Katastrophen. Die Pestseuche suchte Istanbul in dieser Zeit häufig auf. Der Band von 1554 zerstörte den Stadtteil von der Hagia Sofia bis nach Tahtakale, während der Brand von 1555 in Galata zu großen Verheerungen führte. Im starken Sturm von 1554 schlug das Meer große Wellen, die Flüsse überfluteten sich, so dass viele Menschen ertranken. Die durch die starken Niederschläge in 1563 entstandenen Fluten riefen noch größere Schäden hervor, so dass selbst Süleyman der Prächtige während seiner Jagd in Yeşilköy in Gefahr geriet.

Istanbul in der Tulpenepoche

Die Tulpenepoche war zwischen 1718-1730, d.h. während des Sultanats von Sultan Ahmed III. und dem Großwesirtum des Nevşehirli Damat İbrahim Paşa. Diese Epoche erhielt ihren Namen von den Tulpen um den Serail herum und von der beginnenden Passion der Reichen, Tulpen zu züchten.

In der Tulpenepoche durchlebte Istanbul viele Erneuerungen und Veränderungen. Großwesir Nevşehirli Damat İbrahim Paşa, begeistert von den Projekten, die er aus Paris und Wien mitbrachte, griff in den Bebauungsplan Istanbuls ein. Zuerst wurde das Goldene Horn bereinigt und die Ufer des Kağıthane Flusses und des Goldenen Horns wurden zu Ausflugsorten. In Kağıthane wurde für den Sultan das Sadabad Schlösschen errichtet und seine Umgebung mit Tulpengärten geschmückt. Diese Gärten waren der Grund dafür, dass unter den Reichen eine Tulpenzücht-Euphorie auftrat. Wiederum in dieser Epoche wurden in den Gebieten von Üsküdar, Beylerbeyi, Bebek, Fındıklı, Alibeyköyü, Ortaköy und Topkapı viele Schlösschen und Gärten errichtet. Gemeinden, die zuvor durch Brände zerstört worden waren, wurden neu aufgebaut.

Die Erneuerungen, die Istanbul in der Tulpenepoche erlebte, beschränken sich nicht nur auf die Architektur. Zum ersten Mal wurde in dieser Epoche die Feuerwehrorganisation gegründet; die erste Druckerei wurde in dieser Ära von İbrahim Müteferrika in Betrieb genommen. Außerdem wurden eine Fliesenfabrik, eine Stofffabrik und die Yalova Papierfabrik in dieses Jahren geöffnet.
I

n der Tulpenepoche erlebten auch Kunst und Literatur eine Blühte. Besonders Dichter und Maler wurden im Serail geehrt. In dieser Zeit brachte auch die türkische Architektur die letzten Wunderwerke der klassischen Epoche hervor. Emetullah Gülnuş Valide Camii, die von Sultan Ahmed III. vor dem Topkapı Serail und in Üsküdar errichteten Brunnen und das Grabmal von Damat İbrahim Paşa sind die hervorragenden dieser Werke. Die Tulpenepoche endete mit der Rebellion des Patrona Halil. Während dieser Rebellion wurden die meisten der Tulpengärten und Schlösschen, die das Symbol dieser Ära waren, vernichtet.

Die Reformenepoche

Mit der Verlesung des Reformendekrets am 3. November  1839 im Gülhane Garten des Topkapı Serails begann in Istanbul eine neue Epoche. In dieser Epoche, in der die Verwestlichung an Geschwindigkeit gewann, erlebte man in Istanbul auf vielen Gebieten, d.h. von der Architektur bis zur Bekleidung, von den Erziehungsanstalten bis  den Industrieunternehmen, viele Erneuerungen. In dieser Epoche begann die Stadt sich in neue Gebiete zu erstrecken. Während die Besiedlung vom Gebiet innerhalb der Stadtmauern in Richtung Bakırköy und von Galata nach Teşvikiye stattfand, beschleunigte sich die Bebauung in Bosporus nach Sarıyer. Die anatolische Seite vergrößerte sich in Richtung Bostancı und Beykoz.

Parallel zum Anwachsen der Stadt  war auch eine schnelle Bebauungsaktivität zu erkennen. Auf der einen Seite die Sultane und auf der anderen Seite die Staatsmänner, nicht-moslemische Reiche und fremde Vertretungen  wetteiferten gleichwohl in der Errichtung von Palästen, Schlösschen  und Gutshäuser. Die Serails von Dolmabahçe, Çırağan und Beylerbeyi, die Paläste von Ihlamur Küçüksu und die Schlösser von Ayazağa, Alemdağ, İcadiye und Mecidiye wurden in dieser Ära errichtet. Wiederum in dieser Zeit wurden viele als “mebain-i emriyye” bezeichnete öffentliche Gebäude errichtet. Die Postgebäude in vielen Stadtkreisen, die Waffengießereien von Tophane und Maçka, das Harbiye Gefängnis und das Kriegsministeriumsgebäude von Pangaltı sind die vorrangigen unter diesen.

Die durchlebte schnelle Verwestlichung zeigte ihren Einfluss auch in der Architektur. In dieser Ära verließ man die klassische ottomanische Architektur und neue Gebäude wurden in westlichen Stilen wie Barock, Rokoko, Neogothik und   Ampir gebaut. Diese Veränderung im Stil wirkte sich sogar auf die Moscheenarchitektur aus.

In diesen Jahren fanden wichtige Entwicklungen in der Infrastruktur und Stadtdienstleistungen statt. Die Errichtung einer Brücke auf dem Goldenen Horn, des Tünels (metro), der Eisenbahnstrecke in Rumelien, die Eröffnung des Şirket-i Hayriye, dass sich mit der Seefahrt innerhalb der Stadt  beschäftigte, die Gründung der Şehremaneti (Bürgermeisteramt) Organisation und der übrigen Bürgermeisterämter, die Verlegung der ersten Telegrammleitung, die Gründung des Zaptiye Nezareti (Polizeipräsidium) und die Eröffnung von an diesen gebundener Polizeistationen, die Eröffnung des Vakıf Gureba Krankenhauses und die Einrichtung der Pferdestraßenbahn sind nur einige dieser Entwicklungen.

In dieser Zeit wurde auch großer Wert auf die Öffnung von modernen Erziehungsanstalten gelegt, die den Verwestlichungsprozess nähren sollten. Einige der Schulen, die Eröffnet wurden, sind die Darülfünun, die der Grundstein der heutigen Istanbul Universität ist, die Jungen und Mädchen Rüşdiyeleri (Gymnasien), die Landwirtschaftsschule, die Telegraphenschule, das Darülmaarif (Maarif-Kolleg), Darülmuallimin (Lehrerschule), die Forstwirtschaftsschule, die Hebammenschule, die Mekteb-i Sultani (Galatasaray Gymnasium), die Industrieschule und die Mekteb-i Tıbbiyey-i Mülkiye (Medizinische Schule).

All diese Veränderungen haben natürlicherweise auch das soziale Leben der Stadt tiefst beeinflusst. Besonders die Lebensart der englischen, französischen und italienischen Soldaten und Offiziere, die während des Krim-Krieges nach Istanbul kamen, und der in Galata lebenden Levantiner beeinflusste die Bevölkerung von Istanbul. In dieser Zeit  wurde Beyoğlu mit seinen Gastwirtschaftshäusern, Cafés, Tabakläden, billigen Kabaretts und Theatern vollkommen zu einen Vergnügungsviertel. Griechische, armenische und jüdische Mädchen sangen Kantaten; neben Beyoğlu wurden auch  in Şehzadebaşı und Gedikpaşa große Aufführungen von Lobreden bis zum modernen Theater von   Schaustellerkompanien aufgeführt. Zusammen mit den Vergnügungsangewohnheiten änderten sich auch die Vorlieben des Volkes. Nicht nur die Serailumgebung und die Reichen, sondern auch Familien der mittleren Klasse neigten zum westlichen Luxuskonsum. Die Innendekoration der Wohnungen änderte sich; Möbel wie Tische, Stühle und Sofas begannen die Häuser zu betreten. Wiederum in diesen Jahren begann die Angewohnheit von Winter-und Sommerhäusern. Das Gebiet innerhalb der Stadtmauern und Beyoğlu waren Wintergebiete; der Bosporus, Kadıköy und die Prinzeninseln waren Sommergebiete. Aus diesem Grund wurde der Preis für die Strandvillen am Bosporus im Voraus als jahreszeitliche Miete gezahlt.

Auch die ökonomische Struktur Istanbuls erlebte in dieser Zeit viele Veränderungen. Die Gilden, d.h. die traditionellen Handwerkervereinigungen, wurden aufgelöst und der Staat begann, den Handwerkern Kredite zu geben, damit sie sich Unternehmen gründen konnten. In der Umgebung des Goldenen Horns und von Tophane wurden Industrieanlagen gegründet. Istanbul lernte in dieser Zeit zum ersten Mal Streiks kennen.

In diesen Jahren wurde Galata zum starken Wirtschaftszentrum. Die Bankiers von Galata gaben nun direkt Kredite an den Serail oder leiteten die Devisengeschäfte der Osmanen. Die Anzahl der Staatsobligationen nahm so stark zu, dass die Gründung einer Börse notwendig wurde; die gegründete Galata Börse begann, nicht nur das Interesse der Bankiers von Galata, sondern auch des einfachen Volkes zu wecken.
In diesem Zeitraum wurde das politische Leben in Istanbul sehr aktiv. Auf der einen Seite sollten die Vertreter der Verwestlichung, auf der anderen Seite die Islamisten und Strömungen des Türkentums an Stärke gewinnen und eine reformistische Intellektuellengruppe auftreten; Kunst und Literatur sollte blühen; Zeitungen wie Takvim-i Vekayi, Ceride-i Havadis, Basiret, Vakit, İstikbal, Sadakad, Sabah, Hayat und Cihan sollten veröffentlicht werden.

Die erste Volkszählung in 1844, die Brände von Beyoğlu in 1870 und von Kuzguncuk in 1872, die erste Anwendung der Pockenimpfung in 1845 und Einführung einer Eigentumssteuer für Istanbul sind unter den bemerkenswerten Geschehnissen jener Epoche.

Epoche des Konstitutionalismus

Mit der gewaltsamen Enthronung von Sultan Abdülaziz und  der Krönung von Abdülhamid II. nach seinem Versprechen, den Konstitutionalismus auszurufen, begann in Istanbul eine neue  Epoche (31. August 1876). Sultan Abdülhamid II rief am 23. Dezember 1876 den Konstitutionalismus aus. Jedoch rief der kurz darauf ausbrechende Türkisch-Russische Krieg (27. April 1877) in Istanbul Panik hervor. Während dieses Krieges machte Istanbul aufgrund seiner Nähe zur rumelischen Front viele Aspekte dieses Krieges mit. Der Transport von Soldaten durch die Stadt nach Westen und die von der Front zurückkehrenden Kranken und Verwundeten sowie die vor dem Krieg flüchtenden rumelischen Emigranten riefen in der Stadt große Probleme hervor. Diese Emigranten versuchen im Elend in Moscheen und Religionsschulen sowie in Holz-und Blechbaracken zu leben, die überall auf leeren Plätzen errichtet wurden. Aufgrund all dieser Geschehnisse wird dieser Krieg unter der Bevölkerung als die „Kriegskatastrophe von Dreiundneunzig“ bezeichnet. Am 13. Februar 1878 schloss Sultan Abdülhamid das Meclis-i Mebusan Parlament auf unbestimmte Zeit. Als am 3. März 1878 die russischen Heere bis nach Yeşilköy (Ayastefanos) vormarschierten, wurde der Ayastefanos-Vertrag unterschrieben; eine lange Friedenszeit begann.

1881 wurde für die unbezahlten Schulden des Ottomanischen Reiches die Duyun-u Umumiye gegründet. Obwohl viele der Steuern des Staates beschlagnahmt wurden, wurden für die Bebauung Istanbuls wichtige Schritte getan. Unter diesen befinden sich Säuberung der Brandstellen und ihre Öffnung als Ansiedlungsgebiete, die Erweiterung des Terkos Wassersystems, der Hamidiye Wasser und des Gasversorgungssystems.

Istanbul erlebte in dieser Zeit ein großes Erdbebenunglück. Im Erdbeben von 1984, dass unter dem Volk als „das Erdbeben von Dreizehnhundertzehn“ bekannt ist, wurde das Gebiet innerhalb der Stadtmauern sehr zerstört. Jedoch wurden sehr schnell Wiederaufbauarbeiten vorgenommen. Unter den übrigen in dieser Epoche vorgekommenen Geschehnissen sind die Unruhen von  1895 und 1896 sowie zwei 1905 und 1906 versuchte Attentate  zu nennen. Das erste davon wurde gegen den Sultan verübt und war erfolglos; in dem anderen verlor Şehremini Rıdvan Paşa das Leben. Zu den übrigen wichtigen Geschehnissen können einige offizielle Besuche gezählt werden. Unter diesen sind die Besuche vom iranischen Schah Nasıreddin und seinem Sohn, vom früheren USA Präsidenten General Grant und vom deutschen Kaiser Wilhelm II. bemerkenswert. Wilhelm II. ließ zum Andenken an seinen Besuch den berühmten deutschen Brunnen in Istanbul errichten.

Sultan Abdülhamid II. beschäftigte sich auch mit dem Bildungsbereich; er eröffnete viele berühmte Schulen. Er eröffnete die Mekteb-i Mülkiye, Mekteb-i Hukuk, Sanayi-i Nefise mektebi (Schule der Schönen Künste), Hendese-i Mülkiye, Mekteb-i Tıbbiye-i Şahane, Darülmuallimin-i Aliyye, Mekteb-i Fünun-u Maliye, die Apothekerschule, die Handelsschule, Halkalı Ziraat Mekteb-i Alisi, Hamidiye Baytar Mektebi, Forstwirtschafts-und Minenschule, Ticaret-i Bahriye Mektebi, Stummen- und Behindertenschule, Industrieschulen für Mädchen und Jungen, Darülfünun (Universitaet), rüşdiyeler (Gymnasien) und idadiler (Realschulen). Die Zahl der hierauf eröffneten Privatschulen wie  Darülfeyz, Burhan-i Terakki, Numune-i İrfan war 1900 über 30.
Daneben wurden in jenen Jahren wertvolle Kultureinrichtungen wie die Müze-i Humayun (das heutige Archäologische Museum), die Beyazıt Hauptbibliothek, das Yıldız Archiv und ihre Bibliothek, die Hazine-i Evrak (das Präsidentenarchiv). Die medizinische Schule Haydarpaşa Tıbbiye Mektebi, das Şişli Etfal Krankenhaus und das Armenspital Darülaceze wurden in jener Zeit eröffnet und bestehen heute noch. Sultan Abdülhamid II, der es nicht mochte, dass man ihn fotografierte, ließ in dieser Zeit Fotoalben von Istanbul und dem Reich anfertigen.

Sultan Abdülhamid II. rief am 24. Juli 1908 den II. Konstitutionalismus aus und wurde nach dem Geschehnis vom 31. März enthront und ins Exil geschickt. An seiner Stelle bestieg Sultan Mehmet V. Reşad den Thron (27. April 1909). Der hierauf folgende Zeitraum in Istanbul verging bis zur Gründung der Republik mit Kriegen und Unruhen. Nach dem Geschehnis vom 31. März, dass der Anlass für die Thronbesteigung von Sultan Mehmet V. gewesen war, begegneten  die Istanbuler häufig auf den Plätzen erhängten Menschen.

Am 19. Januar 1910 brannte der  Çırağan Palast. Dies war der Anfang einer Serie von Unglücken. Am 9. Juni 1910 wurde der Journalist Ahmed Samim Bey durch ein Attentat ermordet. Am 6. Februar 1911 brannte Babıali. Am 18. Oktober 1912 begann der Balkankrieg. Istanbul erlebte noch einmal die Erscheinungen der Katastrophe des Kriegs von ‘93. Am 23. Januar 1913 fand der Überfall von Babıali statt. Die Regierung des Kıbrıslı Kâmil Paşa dankte unter bewaffneter Bedrohung ab. Am 11. Juni 1913 wurde Großwesir Mahmut Şevket Paşa Opfer eines Attentats. Die überall auftretenden Welle von Bestechung, Sittenlosigkeit und Diebstahl begann die Staatsstruktur zu erschüttern. Bestechungs-und Diebstahlsummen beliefen sich auf zehntausende von Goldstücken. Sultan Mehmet V. Reşat konnte in diese Geschehnisse nicht viel eingreifen. Der wirkliche Herrscher in seiner Amtszeit war die regierende İttihat ve Terakki Partei (Einheit-und Fortschrittspartei).

Am 14. November 1914 brach der I. Weltkrieg aus. Auch wenn die offiziellen Institutionen versuchten, Maßnahmen zu treffen, um gegen das durch den Krieg hervorgerufene Elend und den Hunger zu kämpfen,  so konnte das Horten von Gütern und der Schwarzmarkt nicht verhindert werden. In kurzer Zeit trat eine Klasse von Kriegsreichen auf, die ihr Geld in den Kabaretts, Musikhallen und Restaurants von Beyoğlu verschwendete. Hunger und Elend, zerstörte Gemeinden und reiche Gutshäuser, bettelnde Kriegsinvaliden sowie zu Füssen von Kantatensängerinnen, Sängerinnen und fremden Artisten zerstreutes Geld waren typische und schmerzvolle Ansichten Istanbuls in dieser Zeit.

Jahre der Besetzung und des Waffenstillstands

Obwohl das ottomanische Reich im I. Weltkrieg an vielen Fronten siegte, verlor es aufgrund seiner Verbündeten den Krieg. Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Mondros ankerte am 13. November 1918 eine aus 55 Schiffen bestehende Flotte der Entente vor Haydarpaşa und so begann die Besetzung Istanbuls. Jedoch wurde die Stadt nicht ganz besetzt bis zu dem Zeitpunkt, an dem mit dem Beschluss der Konferenz von London Soldaten an Land stiegen.

Das vom Sultan 1918 aufgelöste Meclis-i Mebusan Parlament, trat am 12. Januar 1920 erneut zusammen und nahm am 28. Januar das Misak-ı Milli, d.h. den Nationalpakt, an. Am 4. März 1920 wurde auf der Konferenz von London die Besetzung Istanbuls beschlossen. Am 14. März wurde das Telegraphiezentrum besetzt. In der Nacht vom 15. März begann die komplette Besetzungshandlung. Zahlreich Soldaten wurden ans Land gebracht und so die wichtigsten Stellen der Stadt unter Kontrolle genommen. In den frühen Morgenstunden überfiel eine englische Einheit die Kaserne in Şehzadebaşı und beschoss die Soldaten mit Kreuzfeuer. Gegen Mittag war die gesamte Stadt besetzt worden. Am Nachmittag überfielen die Engländer das Meclis-i Mebusan Parlament. Jedoch konnte das Meclis-i Mebusan Parlament bis zu seiner Auflösung durch den Sultan seine Existenz wahren. Es wurde am 11. April geschlossen und ca. 150 Politiker wurden nach Malta verschleppt.

Während der Besetzungs-und Waffenstillstandsjahre erlebte Istanbul große Kundgebungen, die es zuvor kaum kannte. Am 19. Mai fand die Fatih Kundgebung statt, auf der zum ersten Mal auch Frauen Ansprachen hielten. An der Kundgebung beteiligten sich mehr als 50 tausend Menschen. An den Tagen nach der Wiedereröffnung des Meclis-i Mebusan Parlaments wurde auf dem Sultanahmet Platz eine andere Kundgebung abgehalten, an der 150 tausend Menschen teilnahmen. Zwischen 10. April und 29 . Juli 1922 boykottierten die Studenten und Gelehrten der Darülfünun den Unterricht.

Eine andere in dieser Zeit wichtige Entwicklung war die Gründung einiger geheimer Organisationen in Istanbul und ihre Tätigkeit für die  Unabhängigkeit des Landes. Das Karakol Cemiyeti, die Mim Gruppe und die Müdafa-i Milliye Organisation sind die wichtigsten geheimen Organisationen in Istanbul in jener Zeit. Sie übten Tätigkeiten aus, wie Demonstrationen organisieren, Waffen, Soldaten und Munitionen nach Anatolien transportieren, wo der Freiheitskampf begonnen hatte, und Spionage.

In diesen Jahren hatte Istanbul eine sehr aktive Bevölkerungsstruktur. Während auf der einen Seite die Menschen Istanbul verließen und in die unbesetzten anatolischen Städte emigrierten, fanden auf der anderen Seite viele Menschen in Istanbul Asyl. Unter den nach Istanbul emigrierten befanden sich russische Emigranten, die vor der bolschewistischen Revolution flohen und großen Einfluss auf Istanbul und seine Bevölkerung hatten. Ihre Gesamtzahl war ca. 200 Tausend.

Die Erscheinung und Bekleidung der russischen Frauen wurde von den Istanbuler Frauen aufgenommen und so zu einer Mode. In dieser Epoche wurden die Istanbuler von den Russen beeinflusst und gingen zum ersten Mal im Meer schwimmen. Istanbuls Nachtleben blühte ebenfalls trotz der Besetzung. Café-Konzerte, Theatergesellschaften und Kinos weckten Interesse. Bars und Patisserien begannen anstelle von Gastwirtschaften und Puddingstuben am Stadtleben teilzuhaben. All dies bewirkte die Auflösung der Sitten. Prostitution unter den russischen Frauen, die an diesen Orten arbeiteten, war weit verbreitet.

Eine andere wichtige Entwicklung dieser Epoche ist das Aufleben der Arbeiterbewegungen und der sozialistischen Handlungen. In dieser Epoche wurden viele sozialistische und Arbeitervereinigungen gegründet. Streiks und andere Arbeiteraktivitäten nahmen sehr zu. In dieser Ära wurde zum ersten Mal begonnen, den 1. Mai zu feiern.

Am 9. Oktober 1920 drangen türkische Soldaten in Istanbul ein. Dies war der Anlass für den Beginn des Freiheitskampfes in Istanbul. Mit dem am 11. Oktober unterschriebenen Waffenstillstand von Mudanya wurde der abgestufte Abzug der Besetzer von Thrazien akzeptiert. Die in Ankara befindliche TBMM (Großes Volksparlament) beschloss am 1. November 1922 die Abschaffung des Sultanats. So verlor Istanbul de facto seine Position als Hauptstadt, obwohl es bis Oktober 1923 seine Eigenschaft als Hauptstadt in rechtliche Hinsicht weiterführte. Am 16. November verließ der letzte  Ottomanische Herrscher, Sultan Vahideddin, Istanbul. Am 4. November 1923 verließen die Besetztertruppen Istanbul vollständig. So endete auch die Besetzung Istanbuls, die nach der Besetzung durch die Latiner, die zweite Besetzung durch die Europäer gewesen war.

OTTOMANİSCHE HERRSCHER 

Osman Gazi 1299-1326
Sultan Orhan Gazi 1326-1359
Sultan Murad Hüdavendigar 1359-1389

Sultan Yıldırım Bayezid 1389-1403
Sultan Çelebi Mehmed 1413-1421
Sultan Murad II 1421-1451
Fatih Sultan Mehmed 1451-1481
Sultan Bayezid II 1481-1512
Yavuz Sultan Selim 1512-1520
Kanuni Sultan Süleyman 1520-1566
Sultan Selim II 1566-1574
Sultan Murad III 1574-1595
Sultan Mehmed III 1595-1603
Sultan Ahmed I 1603-1617
Sultan Mustafa I 1617-1623
Sultan Osman II 1617-1622
Sultan Murad IV 1623-1640
Sultan İbrahim I 1640-1648
Sultan Mehmed IV 1648-1687
Sultan Süleyman II 1687-1691
Sultan Ahmed II 1691-1695
Sultan Mustafa II 1695-1703
Sultan Ahmed 1703-1730
Sultan Mahmud I 1730-1754
Sultan Osman III 1754-1757
Sultan Mustafa III 1757-1774
Sultan Abdülhamid 1774-1789
Sultan Selim III 1789-1807
Sultan Mustafa IV 1807-1808
Sultan Mahmud II 1808-1839
Sultan Abdülmecid 1839-1861
Sultan Abdülaziz 1861-1876
Sultan Murad V 1876-1876

Sultan Abdülhamid II 1876-1909
Sultan Mehmed Reşad 1909-1918
Sultan Mehmed Vahideddin 1918-1922


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